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Abmahnung, Urheberrecht

Abmahnung von Fake-Kanzlei aus Berlin – Vorsicht Abzocke!

Haben sie auch schon eine Abmahnung wegen einer angeblich verübten Urheberrechtsverletzung von der Anwaltskanzlei Gromball aus Berlin erhalten? Dann sollten sie dieses Schreiben gepflegt ignorieren.

Wie man mit falschen Schreiben einen Haufen Geld machen kann

Die täuschend echt gestalteten Abmahnschreiben wegen angeblicher Nutzung einer illegalen Streaming-Plattform werden von einer vermeintlichen Kanzlei aus Berlin verschickt. Angeblich im Auftrag der 20th Century Fox Ltd. werden Verbraucher zur Zahlung von rund 900 Euro wegen einer angeblichen Urheberrechtsverletzung aufgefordert. Nur tatsächlich existiert diese Kanzlei offenbar gar nicht, so die Verbraucherzentrale in Baden-Württemberg.

Dieser liegen mehrere Schreiben vor, die inhaltlich gleich sind und sich lediglich im Namen des Empfängers unterscheiden. Selbst das Aktenzeichen und die Rechnungsnummer sind identisch, sodass die Verbraucherschützer von gefälschten Abmahnungen ausgehen.

Neue Qualität der Abzocke

Weitere Indizien haben die Verbraucherschützer stutzig gemacht: So fehlen konkrete Angaben zu den angeblichen Urheberrechtsverletzungen, wie eine IP-Adresse oder dem genauen Zeitpunkt einer begangenen Verletzung. Zudem soll das Geld auf ein ausländisches Konto überwiesen werden – ein weiterer Hinweise darauf, dass hinter dem Schreiben kein seriöses Rechtsinteresse steckt.
Die Aufmachung der Schreiben und der Internetpräsenz der angeblichen Kanzlei Gromball lassen eine Abzocke dennoch für viele nur schwer erkennen. Bisher waren solche gefälschten Abmahnschreiben nur als E-Mail bekannt. Der Aufwand der im vorliegenden Fall betrieben wurde, erstaunt selbst die erfahrenden Verbraucherschützer.
Dennoch sollen sich Verbraucher nicht einschüchtern lassen und die Schreiben ignorieren -  rät auch die Verbraucherzentrale.

Woran erkenne ich eine seriöse Abmahnung?

Gleichzeitig gibt es natürlich auch zahlreiche begründete seriöse Abmahnungen wegen Urheberrechtsverletzungen im  Netz. Auch im Internet herrscht kein rechtsfreier Raum. Was für den einzelnen wie eine Bagatelle erscheint, kann in der Menge für einen Rechtsinhaber einen erheblichen Schaden bedeuten. So ist auch das Urheberrecht im Internet vor Angriffen durch illegale Downloads oder Nutzungen geschützt, beispielsweise wenn Bilder für eigene Zwecke genutzt werden oder Lieder und Filme heruntergeladen werden. Das Urheberrecht gibt den Betroffenen dann die Möglichkeit, gegen Verletzungen vorzugehen – insbesondere in Form von Abmahnungen. Damit wird der Rechtsverletzer zur Unterlassung und Beseitigung der Urheberrechtsverletzung aufgefordert. Wird diesem nicht nachgegangen, sind weitere, mitunter auch mit erheblichen Kostenaufwand verbundene, Folgen zu erwarten.

Erhaltene Abmahnungen von tatsächlich existierenden Kanzleien sind also nicht per se unbegründet und sollten nicht ignoriert werden. Sind Begründungen zum Rechtsverstoß aufgeführt, genauer Zeitpunkt, IP-Adresse und um welche Art von geschützten Inhalt es geht ist das Schreiben ernst zu nehmen. Anwaltlichen Rat an dieser Stelle einzuholen ist daher ratsam.

Weitere Informationen zum Thema Abmahnungen im Urheberrecht erhalten sie auch unter: https://www.rosepartner.de/rechtsberatung/markenrecht-urheberrecht/urheberrecht.html

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Eingestellt am: 08.01.2018
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Rechtsanwalt Dr.Bernd Fleischer

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Dr. Bernd Fleischer

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