Fachbeitrag zum Rechtsgebiet Urheber- Medienrecht von
Rechtsanwalt Thomas Repka

Reputationsrecht: Kampf gegen Fake-Bewertungen

Das Landgericht München I verbietet im Kampf gegen Fake-Bewertungen dem Unternehmen „Fivestar“, Bewertungen von Personen zu verkaufen, die die beworbene Leistung niemals erhalten haben.

Das lukrative Geschäft mit erfundenen Bewertungen

Für Verbraucher sind Bewertungen anderer Kunden bei Käufen im Internet häufig sehr entscheiden. Doch dass nicht alle Bewertungen von tatsächlichen Kunden stammen, wissen nur die wenigsten.

Auch das Unternehmen Fivestar hatte im Internet Fake-Bewertungen angeboten. "Durch Fivestar erhalten Sie hochwertige Rezensionen Ihrer Produkte, Ihrer Dienstleistungen oder Ihres Shops", so wirbt das Unternehmen Fivestar auf der eigenen Webseite. Für unterschiedlichste Bereiche können sich Unternehmen so ihren guten Ruf im Internet erkaufen. Fivestar hatte Bewertungen für Amazon, Google, Facebook oder Arbeitgeberbewertungsportale angeboten. Das Unternehmen arbeitet dabei nicht mit einem Computerautomaten, sondern lässt die Bewertungen von freien Mitarbeitern verfassen. Dies macht es schwieriger, die Bewertungen als Fake-Bewertungen zu erkennen.  

Richter verschärfen Voraussetzungen für Bewertungen

Nun hat sich auch das Landgericht München I in seiner Entscheidung vom 14.11.2019 (Az.: 17 HK O 1734/19) klar gegen Fake-Bewertungen im Internet gestellt. Das Urlaubsportal Holidaycheck hatte gegen „Fivestar Marketing“ geklagt, weil das Unternehmen erfundene Bewertungen an mehrere Hoteliers verkauft hatte. Nun haben die Richter entschieden, dass das Unternehmen künftig keine Bewertungen mehr von Menschen verkaufen darf, die nicht tatsächlich in dem jeweiligen Hotel oder Ferienhaus übernachtet haben. Zudem muss Fivestar Holidaycheck Auskunft darüber geben, von wem die erfundenen Bewertungen stammen. Noch bestehende Fake-Bewertungen müssen umgehend gelöscht werden.

Kein generelles Verbot

Das Landgericht verbietet damit nicht generell, dass Fivestar Bewertungen verkauft. Es muss aber sichergestellt sein, dass diese nicht von Personen stammen, die die bewertete Leistung niemals wirklich erhalten haben. Das Gericht unterbindet also den Verkauf von Bewertungen, die sich der Verfasser schlichtweg ausgedacht hat. Verboten sind damit Rezensionen von Fivestar-Bewertern, "die das Hotel nie von außen, geschweige denn von innen gesehen haben", wie der Vorsitzende Richter Gawinski formulierte.
Das Gericht stützt damit nicht nur dem Urlaubsportal den Rücken und schützt dessen Glaubwürdigkeit bei den Verbrauchern. Auch aus Verbrauchersicht soll man künftig auf die verfassten Bewertungen vertrauen dürfen. Ein Urteil mit Signalwirkung im Rahmen des Reputationsrechtes.

Weitere Informationen zum Thema Reputationsrecht erhalten Sie auch unter: https://www.rosepartner.de/reputationsrecht-reputationsmanagement.html

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Rechtsanwalt Thomas Repka

Eingestellt am: 26.11.2019 [27]

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