Fachbeitrag zum Rechtsgebiet Urheber- Medienrecht von
Rechtsanwalt Thomas Repka

Günther Jauch als „Klickköder“ – TV Movie muss Strafe zahlen

Das Oberlandesgericht Köln hat entschieden, dass eine TV Zeitschrift Günther Jauch 20.000 Euro für die unerlaubte Nutzung seines Bildes zahlen muss. Die Zeitschrift habe den Prominenten im Rahmen eines Online-Beitrages als „Klickköder“ benutzt.

Bekannte Namen für mehr Klicks

Auf ihrem Facebook-Profil hatte TV Movie einen Beitrag mit vier Bildern von unterschiedlichen Prominenten, darunter auch Günther Jauch, veröffentlicht und mit der Überschrift versehen „Einer dieser TV Moderatoren muss sich wegen KREBSERKRANKUNG zurückziehen“. Über den Beitrag wurde der Leser direkt zu dem vollständig Beitrag auf die Website von TV Movie weitergeleitet. Dass tatsächlich aber nicht Günther Jauch, sondern ein anderer prominenter TV Moderator von der Diagnose betroffen war, erfuhr der Leser erst beim Lesen des vollständigen Beitrages. Günther Jauch klagte daraufhin gegen die unerlaubte Nutzung seines Bildes und konnte bereits in der Vorinstanz einen Erfolg erzielen.

OLG: Kommerzielle Bildnutzung ohne inhaltlichen Zusammenhang

Das OLG Köln schloss sich der Einschätzung der Vorinstanz an. Das Bild von Günther Jauch sei in unzulässiger Weise von der Online-Zeitschrift kommerziell genutzt worden. Mit der Veröffentlichung des Bildes sei keinerlei Informationswert mit Blick auf den TV-Moderator verbunden gewesen. Vielmehr stand das Bild mit der Meldung in keinerlei inhaltlichem Zusammenhang. TV Movie habe sich die Bekanntheit des TV Moderators aber als „Klickköder“ zunutze gemacht, um das Interesse der Leser an einer möglichen Krebserkrankung von Günther Jauch zu erwecken. Die reißerische Überschrift und die Erwähnung eines Prominenten sollte dabei besondere Aufmerksamkeit bei den Lesern wecken. So sollten möglichst viele Leser auf die Website von TV Movie weitergeleitete werden, was im Ergebnis zu gesteigerten Werbeeinnahmen führen sollte, so das Gericht.

An der Grenze zur bewussten Falschmeldung

Dabei habe die haltlose Spekulation über eine mögliche Krebserkrankung von Günther Jauch bereits an der Grenze zu einer bewussten Falschmeldung gelegen. Im Ergebnis hat das Gericht Günther Jauch einen Anspruch aus sogenannter Lizenzanalogie zugesprochen. Danach muss der Verlag den Betrag bezahlen, den er dadurch „eingespart“ hatte, dass er vom Abgebildeten im Vorfeld keine Lizenz für die Veröffentlichung von Bildern erworben hatte. Die Höhe des Betrages wird vom Gericht geschätzt und stellt einen Ausgleich für die unerlaubte Nutzung des Bildes dar.

Bei Günther Jauch beläuft sich die Schätzung auf rund 20.000 Euro, was insbesondere aufgrund seines Bekanntheitsgrades und seines Markt- und Werbewertes beurteilt worden war. Zudem habe es sich bei der fragwürdigen Krebserkrankung um ein sensibles Thema gehandelt, so die Kölner Richter.

Weitere Informationen zum Thema „Recht am eigenen Bild“ erhalten Sie auch unter: https://www.rosepartner.de/recht-am-eigenen-bild.html

 

 

 

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Rechtsanwalt Thomas Repka

Eingestellt am: 24.06.2019 [58]

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