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Leihmutterschaft: Adoption der genetischen Mutter richtet sich nach Kindeswohl

Die Adoption eines Kindes, welches durch eine Leihmutterschaft im Ausland ausgetragenen wurde, richtet sich allein nach dem Maßstab des Kindeswohls und ist an keine strengeren Voraussetzungen gebunden, so das Oberlandesgericht in Frankfurt am Main.

Genetische Mutter will Kind in Deutschland adoptieren

Der Entscheidung des OLG war eine Leihmutterschaft in der Ukraine vorausgegangen. Dort hatte ein deutsches Ehepaar mit einer ukrainischen Frau vereinbart, dass diese das Kind des Ehepaares austragen sollte. Die Schwangerschaft erfolgte dann über eine künstliche Befruchtung mit der Eizelle und dem Samen des Ehepaares. Nach der Geburt erkannt der Mann die Vaterschaft an und die austragende Frau stimmte der Adoption durch die genetische Mutter des Kindes zu. In Deutschland allerdings lehnte das Amtsgericht den Adoptionsantrag der Mutter ab. Dagegen setzte sich diese in der Folge zur Wehr.

Umstrittene Leihmutterschaft vor Gericht

Vor dem OLG in Frankfurt am Main hatte der Adoptionsantrag der genetischen Mutter nun endlich Erfolg. Zwar erklärten die Richter vorliegend das deutsche Recht für anwendbar, sodass die ukrainische Frau als rechtliche Mutter anzusehen sei, da sie das Kind ausgetragen hatte. Anders aber als das Amtsgericht erklärt das OLG die Adoption dennoch für zulässig.

Diese sei vorliegend nämlich allein am Maßstab des Kindeswohles zu messen. Die Richter am OLG stellten klar, dass es sich bei der Inanspruchnahme einer Leihmutterschaft nicht um eine „gesetzes- oder sittenwidrige Vermittlung oder Verbringung“ handelt, sodass eine spätere Adoption nicht an dem strengeren Maßstab der „Erforderlichkeit“ zu messen sei, sondern „allein“ das überwiegende Kindeswohl ausreiche.

Leihmutterschaft keine „sittenwidrige Vermittlung“

Bei einer sittenwidrigen Vermittlung, worunter beispielweise auch Kinderhandel fällt, sei eine Adoption daran zu messen, ob sie für das Kindewohl erforderlich ist. Dieser strengere Maßstab sei bei einer Leihmutterschaft aber nicht anzuwenden. Zwar ist die Inanspruchnahme einer Leihmutterschaft in Deutschland unzulässig. Das mache aber eine im Ausland vorgenommene Leihmutterschaft nicht unmittelbar sittenwidrig.

Für die Annahme eines strengeren Maßstabes der Adoption finde sich im Gesetz keine Stütze. Daher reiche es aus, wenn die Adoption dem Kindeswohl diene. Dies sei im vorliegenden Fall jedenfalls gegeben, da die genetischen Eltern ihre Elternrollen bereits vollständig eingenommen hätten und bereits eine Eltern-Kind-Bindung festzustellen sei. Damit erklärte das OLG auch die Adoption der genetischen Mutter im Ergebnis für zulässig.

Weitere Informationen zum Thema Leihmutterschaft erhalten Sie auch unter: https://www.rosepartner.de/familienrecht/abstammung-name/leihmutter.html


 

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