Fachbeitrag zum Rechtsgebiet Gewerblicher Rechtsschutz von
Rechtsanwalt Dr. Bernd Fleischer

Reputationsrecht: Amazon-Händler wegen gekaufter Bewertungen abgemahnt

Die Verbraucherzentrale Bayern hat erfolgreich einen Händler auf Amazon abgemahnt, der Kunden bei einer guten Rezension einen Nachlass des gezahlten Kaufpreises in Aussicht stellte.

Wie positive Rezensionen den Absatz fördern

Positive Bewertungen sind im Online-Handel ein wichtiges Instrument, den Absatz der Händler zu fördern und Verbraucher in ihren Kaufentscheidungen zu beeinflussen. Ein Verbraucher wird meist einem Verkäufer mit guten Kundenbewertungen mehr Vertrauen, als einem Verkäufer mit negativen Rezensionen vorheriger Kunden. Mittlerweile beschäftigt sich ein ganzer Marketingbereich mit dem Reputationsmanagement von Unternehmen im Internet. Das Reputationsrecht bildet dabei den rechtlicher Rahmen der Verteidigung des „guten Rufes“ von Unternehmen im Online-Handel.

Doch immer wieder zeigt sich auch, dass sich Verkäufer ihre positiven Bewertungen versuchen zu „erkaufen“. So hat die Verbraucherzentrale Bayern erfolgreich einen Amazon-Händler abgemahnt, der bei der Abgabe einer Bestbewertung seinen Kunden einen Preisnachlass von 30% auf den bereits gezahlten Kaufpreis in Aussicht stellte. Nach Ansicht der Verbraucherzentrale ein klarer Verstoß gegen das Reputationsrecht und die Vorschriften über den lauteren Wettbewerb.

Verbraucher stehen auch in der Pflicht

Die Verbraucherzentrale sah darin eine irreführende Geschäftspraktik des Händlers und mahnte diesen in der Folge ab. „Derartige Beurteilungen verleiten andere Verbraucher dazu, die Produkte eher zu kaufen“, so Tatjana Halm, Juristin der Verbraucherzentrale Bayern. Damit seien die Bewertungen der Kunden weder objektiv noch unabhängig, da sie durch einen finanziellen Anreiz abgegeben wurden. Andere Verbraucher könnten so in ihrer Kaufentscheidung irreführend beeinflusst werden. Es wird sich zeigen, ob der Händler gegen die Abmahnung der Verbraucherzentrale vorgehen wird.

Die Verbraucherzentralem appellieren derweilen an die Verbraucher, sich durch derartige finanzielle Anreize nicht zu einer unwahren Bewertung bringen zu lassen. Denn nur so könnten andere Verbraucher bereits vor einer Abmahnung des Verkäufers wirksam geschützt werden.

Weitere Informationen zum Thema Reputationsrecht erhalten Sie auch unter: https://www.rosepartner.de/reputationsrecht-reputationsmanagement.html

 

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Rechtsanwalt Dr.Bernd Fleischer

Eingestellt am: 04.03.2019 [164]

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