Fachbeitrag zum Rechtsgebiet Steuerrecht von
Rechtsanwalt Helge Schubert

Steuersünder wieder selbstbewusster? Selbstanzeigen von Steuersündern sinken drastisch

Die Zahl der Selbstanzeigen von Steuerhinterzieher ist 2017 deutlich gesunken. Waren es 2014 noch 38.300 Selbstanzeigen, gab es 2017 nur noch ca. 2.000 reuige Steuerbetrüger – mit unmittelbaren Folgen für die Staatskasse. Verliert der Staat den Kampf gegen die Steuersünder oder gibt es einfach weniger von ihnen?

Was eine einfache Compact Disc so alles auslösen kann

In den letzten Jahren haben einige Steuerbehörden der Bundesländer Steuer-CDs aus der Schweiz gekauft. Darauf waren sensible Daten von Finanzdepots deutscher Bürger auf Konten Schweizer Banken. Dadurch konnten die Länder viele Steuersünder direkt aufspüren. Mittelbar übt der Kauf einer Steuer-CD Druck auf die Konteninhaber aus. Aus Furcht vor der Entdeckung, zeigten sich in der Folgezeit viele Steuerhinterzieher selbst an. Dadurch kann bis zu einer bestimmen Höhe Straffreiheit gewährt werden.

Nach dem Rekordjahr 2014 mit rund 38.000 Selbstanzeigen ging die Zahl der Selbstanzeigen deutlich zurück. Ein Grund hierfür ist, dass die Grenze für die Straffreiheit seit Januar 2015 von 50.000 auf 25.000 Euro herabgesenkt wurde. 2017 gab es in Deutschland am Ende noch etwa 2.000 Selbstanzeigen von Steuerbetrügern. In Mecklenburg-Vorpommern und in Sachsen-Anhalt werden die Anzeigen statistisch gar nicht mehr erfasst. Dadurch sind auch die Steuerrückzahlungen an den deutschen Staat rückläufig.

Vom Kavaliersdelikt zur Unsitte

Noch vor einigen Jahren galt ein Schweizer Konto zum Sparen von Steuern als wenig relevantes Delikt ohne größere Folgen. Durch den Ankauf von Steuer-CDs und die internationale geänderte Stimmung im Kampf gegen den Steuerbetrug durch die Veröffentlichung der Panama Papers erhoffen sich die Verantwortlichen bessere Gegenmaßnahmen. Nach Meinung des Finanzministers des Landes Hessen Thomas Schäfer (CDU) könne das „Hase und Igel Spiel“ in Zukunft häufiger gewonnen werden. Der Staat könne heute mit den Kriminellen mithalten. Die Steuerhinterziehung ist damit in das Bewusstsein der Bevölkerung gerückt.

Weiterhin positiv für die Steuerfahndung ist, dass die Steueroasen Schweiz, Luxemburg und Liechtenstein an ihrem traditionell sehr starken Bankgeheimnis nicht mehr so stark festhalten, als es zu früheren Zeiten noch der Fall war. Der Bundesvorsitzende der deutschen Steuergewerkschaft ist der Ansicht, dass die Schweißperlen auf der Stirn der Steuerbetrüger immer größer geworden seien und ihnen in Zukunft kein Fang mehr durch das Netz schlüpfen werde.

Hochmut kommt vor dem Fall

Wer also Geld am Fiskus vorbeischleust, muss heute mit höheren Hürden bei der Selbstanzeige rechnen. Um sich den Ärger mit den Steuerbehörden zu ersparen, sollten die Steuern entsprechend den Vorgaben abgeführt werden. Wer also Steuern sparen und die legalen Möglichkeiten, die das Steuerrecht bietet, nutzen will, kann sich dabei entsprechend beraten lassen.

Weitere Informationen zum Thema Selbstanzeige und Steuerhinterziehung finden Sie auf unserer Internetseite: https://www.rosepartner.de/steuerberatung/selbstanzeige.html 

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Rechtsanwalt Helge Schubert

Eingestellt am: 22.01.2018 [250]

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