Fachbeitrag zum Rechtsgebiet Informationstechnologierecht von
Rechtsanwalt Boris Nolting

Gegen Datensammelwut – Nordrhein-Westfalen sagt Handy-Apps den Kampf an

Ein Leben ohne Smartphones samt darauf installierter Apps ist heute kaum vorstellbar. Was viele gar nicht wissen: Einige Apps sind mehr oder weniger darauf ausgelegt, die Daten des Nutzers zu sammeln. Damit soll nach dem Land Nordrhein-Westfalen beim Datenschutz nun Schluss sein. Ein Vorschlag zur Gesetzesänderung ist geplant.

Die Taschenlampen-App als Standortermittler

Die meisten Apps sehen unkritisch betrachtet harmlos aus. Allerdings verstecken sich dahinter oftmals reine Datensammelmaschinen. Die gesammelten Daten werden zu späterer Zeit genutzt, um dem Anwender personifizierte Werbung zu bieten. Ob das Programm am Ende seriös ist, kann der einfache Nutzer kaum in Erfahrung bringen.

Sind die Daten erhoben worden, werden diese später unter anderem an Werbeunternehmen verkauft. Dadurch sind viele Anwendungen kostenlos herunterzuladen. Letztlich zahlt der Benutzer nicht mit Geld, sondern mit seinen Daten.

Unterstützung für Gesetzesänderung

Das Land Nordrhein-Westfalen will daher eine Gesetzesänderung anstoßen. Bei den Apps soll es bald einen prominent platzierten Warnhinweis geben so wie bei Warnhinweisen auf Zigarettenpackungen. Durch diese Maßnahme soll der Benutzer sensibilisiert werden und bestenfalls auf unseriöse Programme verzichten.

Die Initiative stammt vom Justizminister des Landes Nordrhein-Westfalen Peter Biesenbach (CDU). Seine Kollegen aus Baden-Württemberg Guido Wolf (CDU), aus Bayern Winfried Bausback (CSU) sowie aus Hessen Eva Kühne-Hörmann (CDU) finden ebenso Gefallen an der Initiative. Nach übereinkommender Meinung besteht Einigkeit darüber, dass die allgemeinen Geschäftsbedingungen der Anbieter kaum ausreichen würden, um über die Weitergabe der Daten der Nutzer Bescheid zu wissen.

Mehr Datenschutz kann doch nicht schaden oder?

Die Gesetzesinitiative geht in die richtige Richtung. Einige Programmnutzer gehen mit ihren persönlichen Daten zu sorglos um. So mancher wird schon selbst gemerkt haben, dass die Werbung im Internet personalisierter ist, als es so manchen lieb ist.

Es bleibt daher abzuwarten, ob sich der Gesetzesvorschlag am Ende durchsetzen kann. Besser ist es, sorgsam mit seinen persönlichen Daten umzugehen und sich vorher über unseriöse Programme zu informieren und diese gar nicht erst auf das Smartphone zu laden.

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Rechtsanwalt Boris Nolting

Eingestellt am: 26.11.2017 [223]

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