Fachbeitrag zum Rechtsgebiet Erbrecht von
Rechtsanwalt Ralph Butenberg

Wie schreibe ich ein formwirksames Testament?

Ein Testament zu errichten, erscheint zunächst nicht allzu schwierig. Stift und Papier genügen, um den letzten Willen nieder zu schreiben. Damit das Ganze jedoch auch wirksam ist, sind so manche Dinge zu beachten.

Die Eigenhändigkeit

Zunächst einmal muss das Testament, wenn es nicht notariell beurkundet wird,  eigenhändig verfasst sein. Unter der Eigenhändigkeit ist zu verstehen, dass die letztwillige Verfügung vom Erblasser selbst mit der Hand geschrieben wurde, und zwar von der ersten bis zur letzten Zeile. Die Verwendung eines Computers führt hier ebenso zur Unwirksamkeit Ihres Testaments wie der Einsatz einer Schreibmaschine oder die Aufnahme auf einem Tonträger. Die eigenhändige Niederschrift ist zwingend vorgeschrieben, um die Echtheit des Testaments am Grad der individuellen Merkmale, die die Handschrift eines jeden Menschen aufweist, überprüfen zu können.

Sind Ort und Datum erforderlich?

Orts- und Datumsangaben sind keine zwingend notwendigen Angaben. Sie werden jedoch vom Gesetz als sogenannte „Sollvorschriften“ angeraten. Ihre Nennung  vermindert Beweisschwierigkeiten und wirkt damit einer möglichen Unwirksamkeit der letztwilligen Verfügung entgegen. Besonders die Datumsangabe empfiehlt sich deshalb, weil sie die Feststellung ermöglicht, welches von mehreren Testamenten früher errichtet wurde. Schließlich zählt im Zweifel die zuletzt errichtete Verfügung. 

Muss ich unterschreiben?

Die Unterschrift ist stets erforderlich und soll bestenfalls aus Vor- und Familiennamen bestehen. Die Unterzeichnung in anderer Weise ist nur dann zulässig, wenn trotzdem Identität und Ernsthaftigkeit festgestellt werden können. Leserlichkeit wird zwar nicht erwartet, wohl aber ein die Identität ausreichend kennzeichnender individueller Schriftzug. In diesen Fällen wird besonders sorgfältig zu prüfen sein, ob es sich tatsächlich um ein Testament handelt oder nicht lediglich ein Entwurf oder eine Ankündigung vorliegen. Wer auf der sicheren Seite stehen will, unterschreibt also aus Rechtssicherheitsgründen mit Vor- und Familiennamen.

Als Abschluss der Urkunde muss die Unterschrift am Textende stehen, um den letzten Willen damit vor nachträglichen Ergänzungen und Zusätzen zu sichern.

Sind nachträgliche Änderungen noch möglich?

Durch Veränderungen im Leben kann es erforderlich werden, seinen letzten Willen noch einmal zu korrigieren. Wer sein Testament ändern möchte, muss nicht alles neu schreiben. Es können jederzeit eigenhändige Ergänzungen vorgenommen werden, auch durch Streichungen. Diese Nachtragungen müssen dann allerdings entweder gesondert unterschrieben werden oder so in den Text eingefügt werden, dass sie durch die unterhalb des Textes stehende  Unterschrift mitgedeckt sind.

Wo verwahre ich mein Testament?

Ratsam ist es, das eigenhändig geschriebene Testament an einem sicheren Ort zu verwahren. Hierbei sollten Sie insbesondere sicherstellen, dass es im Falle ihres Todes gefunden und beim Nachlassgericht abgeliefert wird.

Um auf Nummer sicher zu gehen, können Sie ihr handschriftliches Testament auch bei einem Amtsgericht Ihrer Wahl hinterlegen, woraufhin Sie einen Hinterlegungsschein erhalten.  Auch wenn der Hinterlegungsschein im Sterbefall nicht gefunden wird, wird das Testament berücksichtigt.

Eine weitere Option wäre ein notarielles Testament. Hierfür müssten Sie einen Notar aufsuchen, der Ihr Testament dann bei dem Amtsgericht hinterlegt, das für den Sitz des Notars zuständig ist.

Noch mehr Tipps, wie man ein Testamten richtig schreibt, finden Sie hier: https://www.rosepartner.de/testament-schreiben.html

 

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Rechtsanwalt Ralph Butenberg

Eingestellt am: 12.10.2017 [567]

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