Fachbeitrag zum Rechtsgebiet Erbrecht von
Rechtsanwalt Ralph Butenberg

Die Vorsorgevollmacht in der Hand der Erbschleicher

Wer seine eigenen Angelegenheiten nicht mehr selbst entscheiden kann, bekommt vom Gericht einen Betreuer zur Seite gestellt. Dieser unterliegt der Aufsicht des Gerichts und muss nicht zwangsläufig ein naher Angehöriger oder Freund sein. Diese Vorgehensweise ist häufig nicht im Interesse der Betroffenen. Daher gibt es die gesetzliche Möglichkeit, einer Vertrauensperson eine sogenannte Vorsorgevollmacht  zu erteilen.  Der Bevollmächtigte ersetzt dann den gerichtlich bestellten Betreuer.

Allerdings ist die Vorsorgevollmacht auch ein beliebtes Instrument der Erbschleicherei.  Unredliche Personen können Sie missbrauchen um sich zu Lebzeiten  Vermögen zu verschaffen  und auch ein sie begünstigen das Testament vorzubereiten.  Zum Verfassen eines Testaments reicht eine Vorsorgevollmacht allerdings rechtlich niemals aus, da eine Stellvertretung bei der Testamentserrichtung stets und zulässig ist.

Wer eine Vorsorgevollmacht errichten möchte, sollte daher auf der Hut sein. Keinesfalls sollte er sich unter Druck setzen lassen und stets nur solche Personen bevollmächtigen, denen er seit langem vertraut. Im Zweifel sollte er die Vorsorgevollmacht aufgrund einer Beratung beim Anwalt oder Notar errichten. In der Urkunde kann zum Beispiel ausgeschlossen werden, dass der Bevollmächtigte mit sich selbst Geschäfte tätigen kann. Besonders wertvolles Vermögen wie zum Beispiel Immobilien kann dadurch geschützt werden indem man  Übertragungen in der Vollmacht ausdrücklich untersagt.

Wer sich mit dem Thema  Vorsorgevollmacht und den Missbrauchsrisiken rechtzeitig auseinandersetzt, läuft jedenfalls nicht so leicht Gefahr, Opfer eines Erbschleichers zu werden (https://www.rosepartner.de/erbschleicher-erbschleicherei.html).

 

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Rechtsanwalt Ralph Butenberg

Eingestellt am: 27.09.2017 [528]

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Ralph Butenberg

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